Barbara Buser - Pionierin des zirkulären Bauens zu Gast in Liechtenstein
Obwohl sie augenzwinkernd auf ihr in jungen Jahren erworbenes Sprengdiplom verwies, hält sie nichts vom Abreissen. Sie baut lieber um, und das am liebsten mit «geretteten» Bauteilen. Entsprechend beeindruckt zeigte sich Barbara Buser vom Zentrum für Zirkuläres Bauen (ZZB) in Triesen, dem sie vor der Filmvorführung einen Besuch abstattete. Es sei eine Edelausführung einer Bauteilbörse, lobte sie. So gebe man den gebrauchten Baumaterialien den Wert, den sie verdienen. Schliesslich handle es sich dabei nach wie vor um wertvolle Ressourcen, die viel zu schade für den Müll seien. Dass die Bauteilbörse im ehemaligen Swarovski-Areal untergebracht ist, also dort, wo früher funkelnde Kristalle verarbeitet wurden, findet sie umso passender.
Bauherren als Schlüssel
Ob zirkulär gebaut werde oder nicht, hänge stark von den Bauherren ab, hielt Barbara Buser im Gespräch fest. «Wenn der Bauherr es wünscht, dann bauen sogar renommierte Architekturbüros mit gebrauchten Bauteilen», fügte sie lachend hinzu. Aber wie gelingt es, die Bauherren überhaupt für diese Möglichkeit zu begeistern? Indem man sie ganz einfach an das Thema heranführe, ergänzte Luis Hilti von Atelier Gapont. Daher hat er für ZirkuLIE eine interaktive Ausstellung «Wie zirkulär lebst du?» konzipiert, die sehr anschaulich für das Thema sensibilisiert und die Besucherinnen und Besucher einlädt, ihr eigenes Denken und Handeln zu hinterfragen.
Fachwissen und einheimische Ressourcen
Andererseits braucht es auf Seiten der Architekten das nötige Fachwissen. Hier setzt die Universität Liechtenstein an: Bereits in der Ausbildung wird zirkuläres Bauen vermittelt, damit dieses Denken später im Berufsalltag verankert ist. Gebäude sollen künftig so geplant werden, dass sie leicht rückgebaut und ihre Bestandteile wiederverwendet werden können, so Daniel Stockhammer, Professor für Bauerbe und Upcycling.
Die Forschung der Universität Liechtenstein konzentriert sich zudem auf einheimische Ressourcen und deren Wiederverwendbarkeit – etwa Holzbausteine, die wie Lego aufeinandergeschichtet werden können und ohne Verklebung auskommen.
Clarissa Rhomberg verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Bauunternehmen, die einen wichtigen Beitrag zur Zirkularität leisten können und von denen sich einige bereits bei ZirkuLIE engagieren. Bei aller Aufbruchstimmung waren sich die Podiumsteilnehmenden jedoch einig, dass es noch einen langen Weg zu gehen gilt. «Es braucht einen Bewusstseinswandel, es reicht nicht, wenn wir ein paar Pilotprojekte haben», brachte es Barbara Buser auf den Punkt und erntete zustimmenden Applaus.