02.03.2026
Sozialer Zusammenhalt

Engagierte Diskussionen am 2. Generationendialog

Wie gelingt Gerechtigkeit zwischen Jung und Alt? Unter diesem Leitstern stand am 28. Februar 2026 eine besondere Veranstaltung im Rathaussaal Vaduz. Gemeinsam mit dem Ministerium für Gesellschaft und Justiz sowie dem Jugendrat lud die Stiftung Lebenswertes Liechtenstein rund 70 Teilnehmende ein, um über die Zukunft unserer Gesellschaft und Generationengerechtigkeit zu diskutieren.

Regierungsrat Emanuel Schädler eröffnete den Vormittag mit einem eindrücklichen Bild aus Japan: Dem Ise-Schrein. Dieses Heiligtum wird alle 20 Jahre rituell neu errichtet, damit das Wissen der alten Meister rechtzeitig an die junge Generation weitergegeben wird. Diese Metapher begleitete uns durch den Tag: Zukunft ist kein fertiges Produkt, das man erbt, sondern ein fortlaufender Prozess des gemeinsamen Gestaltens und des Wissenstransfers.

Speed-Debating: Annäherung auf Augenhöhe

Nach dem Vortrag von drei bewusst überspitzt formulierten Zukunftsszenarien, präsentierten die geladenen Panel-Teilnehmerinnen und Teilnehmer Plakate, mit denen sie Zahlen und Fakten veranschaulichten, die ihnen persönlich zu denken geben. Dies diente als Input zu zwei dynamischen „Speed-Debating“-Runden, bei denen die Generationen in Zweier- und Dreiergruppen direkt miteinander ins Gespräch kamen. Dabei wurden erste Impulse gesetzt: Die ältere Generation betonte die Bedeutung von gegenseitigem Geben und Nehmen – etwa bei der Unterstützung innerhalb der Familie –, während die Jüngeren, vertreten durch den Jugendrat, die wirtschaftlichen Herausforderungen und die langfristige Sicherheit in den Fokus rückten.

Dynamischer Austausch im „Aquarium“

Das Herzstück des Vormittags bildete die anschliessende Fishbowl-Diskussion. In der Mitte des Saals debattierten Melanie Lampert-Steiger, Präsidentin der LAK, Thomas Lorenz, Zukunft.li, Walter Kaufmann, Direktor der AHV, Tanja Kirn, Uni Liechtenstein und Fabian Nägele vom Jugendrat über die demografischen und wirtschaftlichen Weichenstellungen bis 2050. Ob die Sicherung der Altersvorsorge, der Bedarf an Pflegeplätzen oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – die Themen waren so vielschichtig wie die Lebensrealitäten der sehr altersdurchmischten Anwesenden.

Das Publikum war jedoch mehr als nur Zuschauer: Über Karten, die auf den Stühlen bereitlagen, konnten die Teilnehmenden während der gesamten Debatte signalisieren, welche Aussagen bei ihnen besonders Anklang fanden. Dieses visuelle Feedback machte die Stimmung im Raum unmittelbar greifbar.

Ein bunter Strauss an Themen für die Politik

Gesellschaftsminister Emanuel Schädler nutzte diese Rückmeldungen aktiv als Barometer für die politische Agenda. In seinem Resümee betonte er, dass die Anzahl der hochgehaltenen Karten ein wertvoller Gradmesser dafür war, welche Themen den Menschen in Liechtenstein wirklich unter den Nägeln brennen. Er nehme einen „bunten Strauss“ an Anregungen und Themen mit in sein Ministerium, an denen er nun weiterarbeiten werde.

Fortsetzung folgt

Die Veranstaltung hat eindrücklich gezeigt: Die Bereitschaft zum Dialog und zum notwendigen Kompromiss wächst dort, wo man einander wirklich zuhört. Da das Format auf grosse Resonanz stiess, ist bereits klar, es wird eine Fortsetzung geben. Die Regierung, der Jugendrat und die Stiftung Lebenswertes Liechtenstein planen, den Generationendialog auch in Zukunft weiterzuführen, um gemeinsam an einer lebenswerten Heimat für alle Altersgruppen zu bauen.

Im Anschluss an die Diskussion nutzten viele Gäste den Apéro der Ackerschaft, um die angeregten Gespräche in informeller Runde weiterzuführen.